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Tagungsbericht  
 

„Vom Öko-Marketing zum Nachhaltigkeits-Marketing“

Die Tagung „Vom Öko-Marketing zum Nachhaltigkeits-Marketing“ - ein Beitrag zur Ausrichtung von Unternehmens- und Kommunikationsstrategien für die Lebensmittelverarbeitende Branche im Öko-Markt ist sehr erfolgreich verlaufen. Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft im Öko-Markt aus ganz Deutschland versammelten sich am 05.11.2003 in Loheland bei Fulda zu diesem Credo der Veranstalter.

Die Vormittagsbeiträge von Dr. Karl-Michael Brunner (Wirtschaftsuniversität Wien), Christoph Spahn (Synergie) und Dr. Toralf Richter (FibL Schweiz) führten in das Thema Nachhaltigkeit ein und zeigten auf unterschiedlichen Ebenen Wege der Nachhaltigkeit auf.

Dr. Karl-Michael Brunner eröffnete die Reihe mit seinen Vortrag „Chancen und Grenzen nachhaltiger Ernähungsstile“. Welche Ernährungsstile gibt es heute und sind sie nachhaltig? Dieser und mehr Fragen ging Dr. Brunner in seinem Vortrag nach. Um die Chancen und Grenzen nachhaltiger Ernährungsstile abzuwägen, ist es erforderlich Entwicklungstrends des gegenwärtigen Ernährungssystems zu untersuchen.

Kurzfassung des Vortrages

Christoph Spahn von Synergie stellte ihn seinem Vortrag „Nachhaltigkeits-Marketing: Verbraucher-Einstellungen und –Ansprache“ die Frage „Wer kennt schon Nachhaltigkeit?“ Was wissen die Verbraucher und wie setzen sie es um?
Nachhaltige Kaufargumente sind zu komplex, problembeladen und rational. Es fehlt die maßgebliche emotionale Verbraucheransprache. Nachhaltigkeit braucht Ästhetik verbunden mit positiver Lebenseinstellung und -qualität. Dabei fehlt es häufig noch an geeigneten Vermittlungsformen.

Kurzfassung des Vortrages

Toralf Richter vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FibL) Schweiz widmet sich dem Thema „Komplexe Qualitätsprofile erfolgreich kommunizieren“. Die Qualität eines Lebensmittels ist heute für den Verbraucher nur schwer identifizierbar und vergleichbar. Am aussagekräftigsten und eindeutigsten sind die Preise, sie sind einfach zu vergleichen und werden stark beworben.
Dazu muss ein System zur Erfassung, Kommunikation und Kontrolle entwickelt werden. Dieses Kommunikationssystem hätte eine Lenkungs- und Preisdifferenzierungsfunktion bei Verarbeitern, Großhändlern und Supermarktketten zur Folge.

Kurzfassung des Vortrages

Am Nachmittag stellten drei Unternehmen aus dem Mitgliederkreis der AoeL betriebseigene Konzepte vor.

Fritz Hoos von der Fa. Rabenhorst berichtete unter welchen Nachhaltigkeitsaspekten eine neue Bio-Marke in den Naturkostladen eingeführt wurde. Die Produkteinführung wurde ganzheitlich konzipiert, das heißt der ökologische Produktlebenszyklus muss langfristig und zielgruppenspezifisch berücksichtigt werden, um erfolgreich zu sein. Dabei werden die Dimensionen des nachhaltigen Öko-Marketings verfolgt.

Karl Huober Inhaber und Geschäftsführer der Fa. Erdmannhauser entwickelte die Vision von Nachhaltigkeit am Beispiel seines Produktes: der Brezel. Nachhaltigkeit bedeutet: nicht von der Substanz leben. Als Hersteller, als Produzent leben wir aber von der Substanz, wir entwickeln, wir sind schöpferisch tätig. Das ist das Produktive. Daraus entsteht die Liebe zum Produkt, sich in das Produkt zu vertiefen. Aber was ist nachhaltig vermarkten? Gibt es den Markt? Der Markt an sich ist etwas imaginäres, dahinter stehen jedoch persönliche Begegnungen. Wie kann man die Liebe zum Produkt mit dem Verteilen/Vermarkten des Produkts zusammenbringen? Das Produkt soll sozusagen als Surrogat den Produzenten am Markt präsentieren. Die Brezel kann dann als Gebilde gesehen werden, durch das 3 mal die Sonne scheint.

Thomas Weiss von der Brauerei Neumarkter Lammsbräu schilderte den Weg des Unternehmens „Vom Umweltbericht zum Nachhaltigkeitsbericht“. Die Anfänge des Öko-Marketings von Lammsbräu reichen bis 1991 zurück. Zwei Jahre später erschien dann der erste Öko-Controlling-Bericht. Er ist bis heute als wissenschaftlicher Bericht verfasst, der viele Daten und Fakten enthält und als Marketinginstrument eingesetzt wird.
Neben den ökologischen Aspekten wurden auch zunehmend die sozialen und ökonomischen Aspekte berücksichtigt. Im Jahr 2001 erschien der 1. Nachhaltigkeitsbericht, der die Aktivitäten in allen genannten Aspekten bei Lammsbräu aufzeigt.

Kurzfassung des Vortrages

In der sich anschließenden Diskussion waren sich die Teilnehmer im Klaren, dass es eine Weiterentwicklung, nicht nur im Bio-Sektor, ohne Nachhaltigkeit nicht geben kann. Nachhaltigkeit in breiter Form zu vermitteln, auf vielen Wegen und Ebenen, zielgruppenspezifisch und auch emotional.

Weitere Presseinformationen zu der Tagung finden Sie unter

www.oekolandbau.de

www.bio-supermaerkte.de

Programm der Tagung

 
   
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