AöL-Redaktion beschließt neues Themenheft

AöL-Redaktion beschließt neues Themenheft

Die Bio-Branche hat ein Problem: der Gedanke, auf dem sie gründet, ist ganzheitlich. Ihre Zusammenhänge sind komplex. Ihre Botschaften nicht einfach zu vermitteln. Sie ist noch lange nicht an ihrem Ziel angekommen. Nicht zuletzt ist sie deswegen immer wieder Skandalthema in der medialen Berichterstattung.

Die AöL überlegt schon viele Jahre, wie wir es möglich machen, die Themen, die uns am Herzen liegen, nach außen zu tragen – trotz oder gerade wegen ihrer Komplexität. Ein 2011 entstandenes Sprachrohr ist unser Themenheft geworden, das durch viel Hirnschmalz und dem Ringen um den besten Gedanken alle zwei Jahre in neuer Form das Licht der Welt erblickt. Die Autoren sind alle in den Mitgliedsfirmen der AöL angesiedelt. So schrieben sie über die wesentlichen Ziele der AöL und unsere Vorstellungen einer funktionierenden Bio-Branche: über Vielfalt, Qualität, gesunden Boden, über „Wirtschaft neu denken“ und „Verantwortung trauen“.

Letzgenanntes Heft brachte uns sogar eine Rezension in der „Ernährungsumschau“ ein, die schrieb, dass „diese Öko-Betriebe sich nicht als eingeschworene Gruppe von Weltverbesserern (verstehen), die sich in ihrem Nischen-Markt bequem eingerichtet haben. Vielmehr wird der Anspruch deutlich, mit den vorgestellten Modellen ökologischer Erzeugung, fairer Verarbeitungsabläufe und Handelsbeziehungen einen umfassenden und nachhaltigen Gegenentwurf zur konventionellen Lebensmittelproduktion und damit zur Transformation der Konsumgesellschaft zu praktizieren. Daher eine empfehlungswerte Lektüre für alle, die erfolgreiche unternehmerische Ansätze jenseits der allgemeinen „Wachstums“doktrin kennenlernen und besser verstehen möchten.“

Im März 2017 hat sich die Themenheft-Redaktion nun getroffen, um ein weiteres Heft auf den Weg zu bringen. In diesem soll es vor allem um die Zukunft unserer Ernährung und der Rolle des Herstellers gehen. Um über unsere Zukunft schreiben zu können, haben wir zunächst den Status Quo festgehalten und einmal alle Gedanken fließen lassen, die uns beim Thema Ernährung bewegen. So kamen wir zu der Feststellung, dass Essen als „Fast Food“ nach wie vor und stärker denn je im Trend liegt, genau wie die Außer-Haus Verpflegung generell. Ausnahmen bilden Ernährungskonzepte wie Urban Gardening oder Solidarische Landwirtschaft. Das Gefühl der Hersteller überwog, dass Menschen ihre Verantwortung beim Thema Essen gern komplett an die Hersteller abgeben. Auch ihre Nahrungsauswahl beruht auf Nährwerttabellen oder Werbeslogans, so dass das eigene Urteilsvermögen und der Bezug zur Natur verloren scheint. Wir müssen uns also fragen, was passiert, wenn diese Trends weiter gehen und wie wir unser Verständnis eines qualitativ hochwertigen Lebensmittels trotzdem andienen können. Denn, so sind wir uns einig, darum geht es immer wieder: um Qualität.

Dabei wollen wir Hersteller uns nicht als Gutmenschen präsentieren, die die Lösung und ein Hochglanz-Bio anbieten können. Wir wollen auch die unangenehmen Themen ansprechen, wollen auf Probleme aufmerksam machen und darauf, wie schwer es ist, Entscheidungen zu treffen. Das ist es schließlich, was uns immer wieder ausmacht: Entscheidungen zu treffen und Verantwortung für sie zu übernehmen.

Das neue Themenheft der AöL erscheint im April 2018. Man darf gespannt sein! (Anne Baumann) +++

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