Flyer war gestern: Zukunft Marketing

Flyer war gestern: Zukunft Marketing

Das Medienverhalten unserer Kunden hat sich in den letzten Jahren radikal verändert. Sie sind proaktiver denn je und entscheiden selbst, was sie sehen, hören und lesen wollen. Dadurch werden klassische Marketingansätze hinfällig. Früher war der Weg hin zum Verkaufsprozess sehr klar. Heute befindet sich der Konsument auf einer wilden Reise, die vor allem online stattfindet. Werbung per Flyer, Postwurfsendung oder Fernsehen wird immer unwichtiger. Stattdessen suchen die Menschen  im  Internet nach der Lösung eines Problems und erwarten Inhalte, die ihnen helfen. Dort muss das Bio-Unternehmen anknüpfen und sich als Anbieter positionieren.

Grundlagen: Der digitale Wandel

1990 stellte Tim Berners Lee, Erfinder des Word Wide Web, die allererste Website der Welt online. Damit legte er den Grundstein für das „globale Dorf“. Heute ist das Internet nicht mehr wegzudenken, heute werden Konsumenten zu Produzenten, alles Wissen der Welt ist mobil abrufbar. Die klassischen Massenmedien sind nicht mehr die alleinigen Gatekeeper. Die Möglichkeit für Öko-Hersteller, mit publizistischen Mitteln Öffentlichkeit herzustellen, sind so zahlreich und vielfältig wie nie zuvor.

Was bedeutet das für die Kundenkommunikation?

Traditionelles Marketing wird immer ineffektiver und teurer. Denn: das Kundenverhalten hat sich vollkommen verändert. Die Kundschaft ist es heute gewohnt, mit nur einem Klick ihre Informationen zu erhalten. Sie widmet den klassischen Marketingmethoden, wie der Fernseh- oder Flyerwerbung immer weniger Aufmerksamkeit, wie folgende Zahlen belegen: 87 % der Menschen schalten bei Fernsehwerbung um. 45% lassen Postwurfsendungen ungeöffnet. 84% der 20-30 Jährigen verlassen eine Webseite wegen exzessiver Werbung.

Das klassische  Marketing zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass es den Menschen bei seiner aktuellen Handlung stört. Naturgemäß möchte niemand beim Schauen einer Fernsehsendung oder eines Films durch Werbung unterbrochen werden oder zwischen seinen Rechnungen unzählige Flyer aus dem Briefkasten fischen. Deswegen müssen Bio-Verarbeiter auf ein Marketing umsatteln, das sich die Aufmerksamkeit seiner Kundschaft verdient. Dieses moderne Marketing muss kostenlose Inhalte anbieten und sie im Internet zur Verfügung stellen, denn: die neuen digitalen Technologien haben dem Verbraucher mehr Macht gegeben und er entscheidet, was er sehen, hören und lesen will und was nicht.

Vladislav Melnik, Co-Founder & CEO von Chimpify, einem der bekanntesten Marketing-Plattformen schreibt auf seinem Blog: „Heute müssen Marken zu Medien und Unternehmen zu Medienhäusern werden.“  

Das heißt: Unternehmen sollten Inhalte in Form von Artikeln oder anderen Onlinebeiträgen anbieten, die ihren Kunden  tatsächlich nützen und sie unterhalten, anstatt sie mit Werbung zu bombardieren. Das Verarbeiteungsunternehmen  muss sich überlegen, wie er dem Verbraucher mit kostenlosen Inhalten helfen und deren  Fragen beantworten kann. Erst dadurch entsteht langfristig Aufmerksamkeit und Kundenbindung.

Wie setzt man dieses moderne  Marketing um?

Die sozialen Netzwerke haben in den letzten Jahren einen enormen Aufstieg hingelegt. Dadurch hat sich auch die Bedeutung der eigenen Webseite verändert: sie hat rasant abgenommen. Heute ist es der einzelne „Content“ genannt, der die Aufmerksamkeit bekommt. Der sogenannte „Content Hub“, die Unternehmenspräsenz der Zukunft liegt nicht allein in einer modern aussehenden Internetseite. Der Herstellerbetrieb muss über Informationen zu seinem Unternehmen einen Mehrwert bieten. Das können Fachinformationen zum Thema „Ökolandbau“ ganz allgemein sein, zur Kennzeichnung von Bio-Lebensmitteln, ihrer Qualität usw. Selbstverständlich können diese kostenlosen Informationen mit den eigenen Produkten und der Unternehmensphilosophie verbunden sein. Tatsächlich lockt das Unternehmen seine Kunden dann aber mit einer interessanten Information und macht ihn erst darüber auf sein Produkt aufmerksam.

Große Verarbeitungsunternehmen haben oftmals eine eigene Marketing- und Öffentlichkeitsarbeitsabteilung, die sich ausführlich um den Unternehmensauftritt kümmern. Das kann ein kleiner oder mittelständischer Betrieb meist nicht leisten. Trotzdem lohnt es sich, einmal zu schauen, was es für Möglichkeiten gibt und sie auf die eigene Umsetzbarkeit mit den eigenen Mitteln zu prüfen.

Fazit: Der digitale Wandel hat die Kommunikation zu unseren Kunden verändert. Alte Denkstrukturen über klassisches Marketing müssen aufgebrochen und die Kundschaft noch mehr denn je bei ihren Bedürfnissen und Fragen abgeholt werden. Bio-Unternehmen sollten hilfreiche Inhalte produzieren und klug auf der eigenen Webseite, dem eigenen Blog oder den sozialen Kanälen platzieren. Damit muss man sich auseinandersetzen, das braucht Zeit und personelle Ressourcen. Doch es lohnt sich, denn das ist die Zukunft des Unternehmensmarketings. (Anne Baumann) +++

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