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Nachhaltigkeits-Marketing: Verbraucher-Einstellung
und -Ansprache
Christoph Spahn
Unternehmensberatung synergie, Frankfurt / Bad Wildbad

Wer kennt schon Nachhaltigkeit?
Das Thema Nachhaltigkeit ist sehr komplex und daher wenig
populär. Es ist nicht verwunderlich, dass der Begriff
selbst nur bei einer Minderheit bekannt ist und in seiner
Vielschichtigkeit nur von wenigen begriffen und bejaht
wird. Eine Untersuchung des Umweltbundesamtes aus dem Jahr
2002 zeigt beispielhaft, dass die Bekanntheit des Nachhaltigkeits-Begriffes
zwar zugenommen hat, aber trotzdem nur bei 28% der Befragten
(bei einer umweltthemen-affinen Grundgesamtheit) vertraut
ist. Dieses Ergebnis zeigt, dass bei mehr als 2/3 der Bevölkerung „nachhaltige
Entwicklung“ nicht im Bewusstsein verankert ist.
Deutlich wird, dass Nachhaltigkeit stark mit dem Bildungsniveau
der Verbraucher korreliert. Bei Konsumenten auf höchstem
Bildungsniveau hat der Begriff mit 42 % einen wesentlich
höheren Bekanntheitsgrad als bei Menschen mit geringerer
Bildung mit 17,9 %.
Der tägliche
Spagat des Verbrauchers
Interessanterweise sieht sich der Verbraucher selbst als
einflussreichster Akteur bei der Umsetzung von nachhaltigem
Handeln. Doch verhält er sich wie ein Vogel Strauß.
Es besteht eine deutliche Diskrepanz zwischen der Denkweise
des Verbrauchers und seiner Handlungsweise. Die ethischen
Ideale an das eigene Konsumverhalten stehen aus Gewohnheit,
aus Preis- und Bequemlichkeitsgründen bei den Einkaufsentscheidungen
hinten an. Dieser Umstand ist dem Konsumenten bewusst und
er handelt mit schlechtem Gewissen.
Positive Vermittlungsformen finden
Weder der Begriff Nachhaltigkeit noch Teilbegriffe sind wirkliche
Kaufargumente.
Nachhaltigkeit muss für den Konsumenten übersetzt
und in eine erlebbare Welt übertragen werden. Das heißt,
dass die Nachhaltigkeitsaspekte eines Produktes in den unmittelbar
fassbaren Erlebenshorizont des Verbrauchers transferiert
werden muss. Der Verbraucher muss erkennen, dass ihm hier
eine Hilfestellung für das tägliche Einkaufsdilemma
geboten wird.
Es fehlt
eine Ästhetik der Nachhaltigkeit
Doch die rationalen Argumente alleine, so treffend sie auch
sein mögen, reichen nicht aus. Maßgebend für
die Kaufentscheidung ist die emotionale
Verbraucheransprache.
Nur damit kann nachhaltiges Handeln wirkungsvoll verankert
werden. Bisher mangelt es an geeigneten Vermittlungsformen.
Es ist jedoch deutlich erkennbar, dass Nachhaltigkeit einer Ästhetik
bedarf und keiner Katastrophen und Negativbilder. Der sperrige
Begriff Nachhaltigkeit muss mit Leben gefüllt und attraktiv
gemacht werden. Darin liegt die zukünftige Aufgabe zur
Schaffung eines Nachhaltigkeits-Marketings: eine positive
Lebenseinstellung und –qualität zu schaffen, die
statt kurzfristiger Konsumbefriedigung und Verbrauchs regenerativen
Fortschritt und langfristige Werte zum Ziel hat.

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