Unsere Ernährung: immer reduzieren?

Unsere Ernährung: immer reduzieren?

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner sagt dem Übergewicht und der Adipositas in der Bevölkerung den Kampf an. Mit der sogenannten Reduktionsstrategie und einer geplanten farblichen Nährwertkennzeichnung will sie den Menschen einen Weg zu gesünderen und energieärmeren Lebensmitteln weisen. Klar ist bereits jetzt, dass diese Maßnahmen nicht ausreichen werden, die Menschen gesünder zu ernähren. „Aber damit wird ein Anfang gemacht“, so Dr. Lorenz Franken, Abteilungsleiter für “Gesundheitlicher Verbraucherschutz, Ernährung, Produktsicherheit” im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Ein integriertes umfassendes politisches Konzept zur künftigen Ernährung der Menschen allerdings fehlt. Dabei könnte die Bundesregierung auf ein Papier der EU zugreifen.

In einer im letzten Monat auf Deutsch erschienenen Initiativstellungnahme des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses zur „Förderung einer gesunden und nachhaltigen Ernährung in der EU“ wird – ganz in unserem Sinne – umfassend dargelegt, wie eine EU-Ernährungspolitik aussehen sollte.  „Eine gesunde und nachhaltige Ernährung bildet eine zentrale „Säule“ einer solchen Ernährungspolitik, da wir unsere Ernährung dringend so umstellen müssen, dass sie Gesundheit sowohl der Ökosysteme als auch der Menschen sowie die Vitalität der ländlichen Gebiete stärkt, statt ihnen zu schaden.“

Es geht schon lange um mehr als nur um Nährwertkennzeichnung und Reduktion von Zucker, Salz und Fetten in Fertigprodukten. Die Ernährung der Menschen hat erhebliche Umweltauswirkungen, z.B. auf den Verlust der Artenvielfalt oder die Bodenerosion. Ernährung ist jedoch auch ein Indikator für soziale Ungleichheit, denn ärmere Menschen ernähren sich schlechter mit weniger Obst und Gemüse, dafür aber mit mehr Fertigprodukten – schlicht, weil sie billiger sind. Die Kosten für diese Fehlsteuerung tragen die Gesellschaft und vor allem unsere Kinder.

Die Komplexität der Ernährung mit ihren gesundheitlichen, ökologischen und sozio-ökonomischen Auswirkungen in griffige Maßnahmen oder einfache transportierbare Aussagen zu übersetzen ist nicht einfach. Aber wir müssen uns dem immer wieder stellen, um die Ernährung der Menschen zu verbesseren und enkeltauglich zu machen.

Mehr dazu gibt es auch in unserer Position zur Transformation der Ernährung.

Renate Dylla +++

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